4 Fälle der Fristeinhaltung in der Direktvermarktung

Als Betreiber einer Wasserkraft-, Biogas-, Wind- oder Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) ist es seit dem EEG 2016 Pflicht, seinen selbst erzeugten Strom mittels Direktvermarktung zu verkaufen.

Es gibt 4 verschiedene Fälle, wie man als Anlagenbetreiber in die Direktvermarktung kommt. Dabei unterscheiden sich die Abläufe und Fristen – das Virtuelle Kraftwerk klärt Sie darüber auf.

Fall 1: Freiwilliger Wechsel aus der EEG-Vergütung in die Direktvermarktung

Die Bestandsanlage befindet sich in der gesetzlichen EEG-Vergütung, aber es ist ein Wechsel in die Direktvermarktung zum 01. März geplant. In diesem Fall sind drei gesetzliche Regelungen einzuhalten.

  • Die Ummeldung in die Direktvermarktung
    Die Anlage wird beim Netzbetreiber aus der EEG-Vergütung in die Direktvermarktung umgemeldet. Dies muss bis spätestens einen Monat vor dem geplanten Wechsel erfolgen, also zum 31. Januar. Dabei ist der Stichtag immer der Monatserste.
    (§21b EEG, BNetzA BK 6 14 110)
  • Nachweis der Fernsteuerbarkeit
    Es ist Pflicht über eine Fernsteuereinrichtung zu verfügen. Diese muss vor dem Wechsel eingerichtet und getestet werden. In diesem Fall bis zum 28. Februar.
    (§20(1) EEG)
  • Beginn der Direktvermarktung
    Nach Bestätigung durch den Netzbetreiber ist die Bestandsanlage erfolgreich umgemeldet und das jeweils immer zum ersten eines Monats. Die Direktvermarktung beginnt also unter Berücksichtigung der Ummeldefrist zum 01. März..

Fall 2: Wechsel des Direktvermarktungspartners

Hier ist die Bestandsanlage bereits in der Direktvermarktung, jedoch möchte der Anlagenbetreiber das Direktvermarktungsunternehmen zum 01. März wechseln. Es gibt wieder drei gesetzliche Regelungen.

  1. Die Ummeldung in die Direktvermarktung
    Die Bestandsanlage wird vom zukünftigen Direktvermarktungspartner beim zuständigen Netzbetreiber umgemeldet. Dies geschieht spätestens 10 Werktage zum Monatsersten vor dem geplanten Wechsel, also zum 14. Februar.

(BNetzA BK 6 14 110, Werktage nach BDEW Kalender von Mo.-Fr.)

  1. Nachweis der Fernsteuerbarkeit
    Der vom Anlagenbetreiber unterzeichnete Nachweis, dass die Anlage durch den zukünftigen Direktvermarkter fernsteuerbar ist, muss bis zum Tag des Wechsels beim Netzbetreiber Das heißt also nach Einbau bzw. Prüfung auf Kompatibilität der bisherigen Steuereinrichtung und nach erfolgreichem Fernsteuerbarkeitstest bis zum 28. Februar.

(§20(1) EEG)

  1. Beginn der Direktvermarktung
    Nach Bestätigung durch den Netzbetreiber ist die Bestandsanlage erfolgreich angemeldet und das jeweils immer zum ersten eines Monats. Die Direktvermarktung beginnt also unter Berücksichtigung der Ummeldefrist zum 01. März.

Fall 3: Neuanlage mit einer Inbetriebnahme im laufenden Monat

Es soll eine Neuanlage am 15. Januar in Betrieb genommen werden und der Monat läuft bereits. Hierfür sind drei Fristen vom Anlagenbetreiber zu berücksichtigen:

  1. Anmeldung in die Direktvermarktung
    Die Anlage befindet sich ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme in der Ausfallvergütung. Nach Abschluss eines Direktvermarktungsvertrages wird die Anlage beim Netzbetreiber aus der Ausfallvergütung in die Direktvermarktung gemeldet. Diese muss bis 5 Werktage vor Monatsende durch den Direktvermarkter erfolgen, also bis zum 24. Januar.
    (BNetzA BK 6 14 110 nach BDEW Kalender von Mo.-Fr.)
  2. Nachweis der Fernsteuerbarkeit
    Der vom Anlagenbetreiber unterzeichnete Nachweis muss bis zum Ende des auf die Inbetriebnahme folgenden Kalendermonats beim Netzbetreiber vorliegen. Das heißt also nach Einbau der Fernsteuertechnik und Durchführung des Fernsteuerbarkeitstests bis zum 28. Februar.

(§20(1) EEG)

  1. Beginn der Direktvermarktung
    Nach Bestätigung durch den Netzbetreiber ist die Neuanlage erfolgreich zum 01. Februar in der Direktvermarktung angemeldet und profitiert vom Mehrerlös. Auch hier gilt: Die Direktvermarktung kann ausschließlich jeweils zum ersten des Monats unter Berücksichtigung der An-/Ummeldefrist beginnen.

In diesem Fall erfolgt der Fernsteuerbarkeitsnachweis nach Beginn der Direktvermarktung.

Fall 4: Neuanlage mit einer Inbetriebnahme zu einem zukünftigen Zeitpunkt

Nehmen wir an, wir haben den Monat Januar und die Inbetriebnahme der Neuanlage ist zum 01. März geplant. Folgende Schritte muss der Anlagenbetreiber berücksichtigen:

  1. Anmeldung der Neuanlage in die Direktvermarktung: Der Direktvermarktungspartner meldet die Anlage beim Netzbetreiber zur geplanten Inbetriebnahme in die Direktvermarktung an. Dies geschieht spätestens zum Monatsletzten für den ersten Tag des übernächsten Monats, in diesem Fall also zum 31. Januar für den 01. März.
    (§21c EEG)
  2. Nachweis der Fernsteuerbarkeit: Der vom Anlagenbetreiber unterzeichnete Nachweis muss bis zum Ende des auf die Inbetriebnahme folgenden Kalendermonats beim Netzbetreiber vorliegen. Das heißt also nach Einbau der Fernsteuertechnik und Durchführung des Fernsteuerbarkeitstests bis zum 30. April.
    (§20(1) EEG)
  3. Beginn der Direktvermarktung: Nach Bestätigung durch den Netzbetreiber und erfolgreicher Inbetriebnahme ist die Neuanlage erfolgreich in der Direktvermarktung angemeldet und profitiert vom Mehrerlös. Unter Berücksichtigung der Ummeldefrist beginnt die Direktvermarktung wieder ausschließlich jeweils zum ersten eines Monats, hier zum 01. März.

Auch in Fall 4 beginnt die Direktvermarktung schon vor dem Fernsteuerbarkeitsnachweis.

Alle Fristen für die Direktvermarktung auf einen Blick

Sie haben eine Wasserkraft-, Biogas-, Wind- oder PV-Anlage und möchten wissen, wie lange es dauert, bis Sie von der Direktvermarktung profitieren können? Laden Sie sich hier einen Überblick aller Meldefristen und Abläufe für den Weg in die Direktvermarktung herunter.

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