Was ist Direktvermarktung?

Sie haben eine Wind-, Biogas- oder Solaranlage und fragen sich, welche Möglichkeiten Sie haben, Ihren selbst erzeugten Strom zu verkaufen? Wir zeigen Ihnen, was es mit der Direktvermarktung auf sich hat.

Gestern EEG-Vergütung, heute Direktvermarktung

Vor der Direktvermarktung wurde vom Staat geregelt, dass Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE) ihren grünen Strom an den zuständigen Netzbetreiber verkaufen. Dafür erhielten sie eine festgelegte Einspeisepauschale, die sich EEG-Vergütung nennt. Diese EEG-Vergütung war höher angesetzt als der Strompreis an der Börse und diente als Anreiz für die Anlagenbetreiber.
Im Jahr 2012 änderte sich das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Die Direktvermarktung von Strom wurde ermöglicht. Anlagenbetreiber konnten nun den selbst erzeugten Strom direkt an der Börse verkaufen. Die Vermarktung des Stroms läuft über einen Direktvermarktungspartner, der sich mit Marktprognosen auskennt und sich auf den Stromhandel spezialisiert hat.
Zunächst war diese Direktvermarktung freiwillig, im EEG 2016 wurde diese jedoch verpflichtend. Neuanlagen, die mehr als 100 kWp produzieren, vermarkten nun ihren Strom direkt an der Börse oder durch einen Direktvermarkter.

Statistik - Was ist Direktvermarktung

Quelle: www.netztransparenz.de

Diese Statistik zeigt die Entwicklung der installierten Leistungen von EEG-Anlagen zwischen 2010 und 2018, deren Strom mit der geförderten Direktvermarktung verkauft wurde.
Seit 2012 kann man einen signifikanten Anstieg der installierten Leistung im Bereich der Solarenergie erkennen.

Mit dem Marktprämienmodell Mehrerlöse erzielen

Der Direktvermarktungspartner vermarktet den erzeugten Strom des Anlagenbetreibers und zahlt diesem monatlich den durchschnittlich an der Börse erzielten Strompreis (sogenannter „Marktwert“). Dieser allgemeingültige Marktwert wird monatlich auf der Webseite www.netztransparenz.de veröffentlicht.
Marktprämie und Marktwert ergeben zusammen den anzulegenden Wert. Dieser anzulegende Wert ist im EEG definiert und garantiert dem Anlagenbetreiber eine fixe Vergütung über 20 Kalenderjahre. Die Marktprämie gleicht dabei immer die Differenz zwischen dem monatlich schwankenden Marktwert und dem gesetzlich zugesicherten fixen anzulegenden Wert aus.

 

Was ist Direktvermarktung_Direktvermarktung

 

 

Als finanziellen Mehrerlös für Bestandsanlagen dient die sogenannte Managementprämie. Damit ist man in der Direktvermarktung bessergestellt als ohne.
Für Neuanlagen hingegen, deren Inbetriebnahme nach dem 01.01.2016 erfolgte, ist die Managementprämie bereits in der Marktprämie enthalten.Managementprämie - Was ist Direktvermarktung


Durch das Marktprämienmodell liegt der Erlös also immer über der fixen EEG-Vergütung. Bei geschickter Vermarktung dank der Direktvermarktungspartner, die den Strom genau dann verkaufen, wenn die Nachfrage hoch ist, werden höhere Erträge erzielt. Daher vermarkten auch kleinere Betriebe, deren Anlagen unter 100 kWp liegen, ihren Ökostrom direkt.

Fernsteuerbarkeit als Voraussetzung für die Direktvermarktung

Eine weitere, gesetzlich vorgeschriebene Voraussetzung für die Direktvermarktung ist die Fernsteuerbarkeit der Anlage. Sie ermöglicht dem Direktvermarktungspartner, die Leistung der Anlage nach Bedarf zu reduzieren. Fehlt der Nachweis der Fernsteuerbarkeit, so kann die Marktprämie nicht an den Anlagenbetreiber ausgezahlt werden.

Infoblatt für Sie

Alle wichtigen Fakten zur Direktvermarktung zusammengefasst können Sie sich hier herunterladen. Dank der Direktvermarktung können Mehrerlöse für den Anlagenbetreiber rausspringen und so langfristig eine sichere und flächendeckende Versorgung mit Grünstrom erreicht werden. Nutzen Sie unseren Erlösrechner auf www.interconnector.de und prüfen Sie Ihren finanziellen Vorteil.
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